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Beiträge zum Thema

Sonne und Mensch

Mo

23

Aug

2010

Das Sonnenbad

Sonnengewöhnungsschema nach Rollier
Sonnengewöhnungsschema nach Rollier

Was braucht man für ein Sonnenbad?

 

Zunächst natürlich SONNE! Wenn man auf sichere Art und Weise sonnenbaden will, ist das jedoch nicht genug. Wir unterscheiden zwischen einem kosmetischen Sonnenbad und einem therapeutischen Sonnenbad. Im ersten Fall geht es nur um die Bräunung der Haut, im zweiten Fall geht es auch um die vielen gesundheitlichen Vorteile, die man aus der richtigen Anwendung des Sonnenlichts ziehen kann. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass fast alle Zivilisationskrankheiten bei Sonnenmangel etwa doppelt so häufig auftreten. Derzeit wird Vitamin D3, das sich unter dem Einfluß von Sonnenlicht in der Haut bildet, als Schlüsselsubstanz gehandelt, die für die allermeisten positven Wirkungen in Hinblick auf Prävention verantwortlich ist. In der Petrischale, also im Laborversuch, wirkt Vitamin D3 sogar gegen Melanomzellen. Es scheint also so zu sein, dass die richtige Dosis Sonnenlicht auf der Haut eine Vielzahl von vorteilhaften Wirkungen zeigt, die sich sowohl lokal als auch systemisch bemerkbar machen. Es werden also Effekte auf die Haut genauso wie hormonell-vegetative Reaktionen des Gesamtorganismus beobachtet.

 

Was braucht man also für ein therapeutisches Sonnenbad,

für eine heliotherapeutische Anwendung außer der Sonne?

 

Hier folgt zunächst eine Liste von Bemerkungen, empfohlener Vorgehensweise und Grundausstattung für eine optimale Heliotherapie:

 

1. Heliotherapie ist in Mitteleuropa nur im Sommerhalbjahr möglich. (Ausnahme: z.B. Hochgebirge in der Schweiz)

 

2. Die Mittagsstunden, wenn die Sonne die kürzesten Schatten wirft, eignen sich am besten (Grund: UVB-Gehalt ist hier am höchsten).

 

3. Ein Sonnenbrand muss unbedingt vermieden werden.

 

4. Die Haut muss allmählich an die Sonne gewöhnt werden. Hierzu eignet sich am besten das Sonnengewöhnungsschema nach Rollier (siehe Abbildung).

 

5. Die individuelle Hautempfindlichkeit und die Erythemschwelle müssen ermittelt werden.

 

6. Der Kopf muss immer mit einer geeigneten Kopfbedeckung (z.B. breitkrempiger Strohhut) geschützt werden.

 

7. Es dürfen keine Lichtschutzpräparate verwendet werden, da sonst die Vitamin D3-Bildung verhindert wird.

 

8. Duschen mit Detergentien (Shampoos etc.) vor und nach einem Sonnenbad kann die Vitamin D3-Aufnahme in den Körper erheblich behindern. Auch andere Präparate, die auf die Haut aufgebracht werden (Deodorant, Kosmetika etc.) sind zu vermeiden.

 

9. Ein Kurzzeitwecker oder eine andere Form von Timer wird zur sicheren Begrenzung der Bestrahlungszeit verwendet. Der Timer verhindert auch das gefährliche Einschlafen in der Sonne.

 

10. Ein Sonnentagebuch wird geführt, in dem die klimatischen Bedingungen, Expositionszeiten und individuellen Reaktionen dokumentiert werden. Hier werden auch Solarium-Anwendungen dokumentiert.

 

11. Die laborchemische Bestimmung des Vitamin D3-Spiegels im Blut sichert den Effekt der Heliotherapie.

 

 

 

 

 

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Fr

06

Aug

2010

Hochsommer

Seit etwa zwei Wochen sind die Witterungsbedingungen in Heidelberg so verregnet, dass kein Sonnenbaden möglich ist. Wir befinden uns bereits wieder auf dem "absteigenden Ast", was die Anzahl der durchschnittlichen Sonnenstunden pro Tag betrifft. Während die Monate Mai, Juni und Juli mit 7 Sonnenstunden täglich aufwarten können, haben wir für August nur noch 6h, für September nur noch 5h und für Oktober lediglich 3 Stunden zu erwarten. Ab Oktober herrscht dann wieder der Vitamin D-Winter, das ist in unseren Breitengraden die Zeit, in der die Sonnenstrahlung zu wenig UVB enthält, um in der Haut für eine Bildung von Vitamin D3 zu sorgen.

Vitamin D-Winter in Mitteleuropa: ca. Oktober bis März.

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